Abschied vom Musentempel?

Unter dem Titel „Bildungsplattform Museum!?“ fand vom 05. bis 08. Mai 2019 die Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes in Dresden statt, auf der verschiedene Aspekte der Funktion der Museen als Vermittler, Bewahrer oder Ermöglicher von Bildung diskutiert wurde. 

Der Museumsbund gab die Frage vor, an welcher Stelle Museen in der heutigen Wissensgesellschaft stehen, wie sie wahrgenommen werden und wie sie sich mit Blick auf die Zukunft und veränderte Erwartungen der Besucher ausrichten sollen. Wie kann es Museen gelingen, Menschen heute zu erreichen, wo das Informations- und Unterhaltungsangebot analog und digital so vielfältig und die Ablenkungen so allgegenwärtig geworden sind? Wie definieren sie ihre Aufgabe in der aktuellen Bildungslandschaft? Wie erreichen sie die Menschen mit ihren Bildungsangeboten und setzen ihre Ziele in der praktischen Museumsarbeit um?

Ausgedient hat das Modell des Museums als „Musentempel“: Ehrfürchtig flüsternd durch die heiligen (möglichst abgedunkelten) Hallen des Museums zu schleichen, in denen leicht angestaubt und weitgehend kommentarlos die Sammlung präsentiert wird, damit werden Museen den aktuellen Herausforderungen nicht gerecht. Wie viel Leben und Unterhaltung es sein kann, darf oder muss, das unterscheidet sich sicherlich von Museum zu Museum. In Impulsvorträgen und Podiumsdiskussionen wurden diese Fragen in ihren verschiedenen Aspekten reflektiert, stets ergänzt um interessante und anregende Beispiele aus der Praxis einzelner Museen.

Für uns Artfunders war gerade dieser Aspekt interessant, denn das ist der Kontext, in dem wir Crowdfunding-Projekte für Kunst und Kultur sehen, als gemeinsames und auch Gemeinschaft stiftendes Engagement für ein Projekt oder die Anschaffung in einem Museum / Theater etc. Der Vorteil des Crowdfundings liegt in der Reichweite der digitalen Medien, über die Crowdfunding abgewickelt wird. Der Reiz liegt in der Dynamik, mit auf diesen Wegen jüngere, technikaffine Zielgruppen zu erreichen sind. 

Nur den Musentempel, den werden wir vielleicht von Zeit zu Zeit dennoch vermissen. 

(AvS)

Bild: (c) لا روسا [CC BY-SA 4.0 via Creative Commons