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Kultur Funding im digitalen Zeitalter - Vom Mäzenatentum zur Culture Crowd

So lautete der Titel der ersten Veranstaltung im Rahmen der Reihe KunstWerte, die Artfunders in Kooperation mit den Berliner Wirtschaftsgesprächen organisiert. Zwei Impulsvorträge befassten sich mit Möglichkeiten und Formen bürgerschaftlichen Engagements im 21. Jahrhundert. 

Jens-Rainer Jänig berichtete von der Arbeit des Freundeskreises der Berlinischen Galerie und präsentierte Aufgaben und Ziele des im März gegründeten Dachverbandes der Kulturfördervereine in Deutschland, DAKU. Geradezu exemplarisch steht der Freundeskreis der Berlinischen Galerie für ein lebendiges bürgerschaftliches Engagement, denn im Fall der Berlinischen Galerie ist die Gründung des Museums tatsächlich der persönlichen Initiative engagierter Bürger zu verdanken, die beschlossen, zeitgenössische Kunst aus und für Berlin zu sammeln. So war der Verein zunächst bis 1995 Träger des Museums, bis er die Trägerschaft an die Stadt übergab und seither „lediglich“ eine fördernde Funktion hat. Als einer der großen Fördervereine bietet der Verein seinen Mitgliedern verschiedene, gestaffelte Mitgliedschaftsmodelle, und ein darauf abgestimmtes Programm. Besonders stolz ist der Verein auf die junge Sektion „Jung und artig“, die eigens für die Altersgruppe der 18- bis 30-jährigen ein lebendiges, aktives Kunst- und Kulturprogramm organisiert.

Die Möglichkeiten, die sich – gerade in Berlin – den Museen bieten sind groß. Die Bereitschaft, sich zu engagieren, ist ebenfalls vorhanden, wie die große Zahl an Fördervereinen und Freundeskreisen zeigt. Deren Arbeit zu stärken und neue Zielgruppen für das Engagement für Kunst und Kultur zu gewinne, aus dieser Motivation entstand die Initiative Artfunders, die Astrid von Schoenebeck, als eine der Mitinitiatorinnen an diesem Abend präsentierte. Gemeinsam mit Sabine Ziegenrücker startete sie vor kurzem die Initiative, die Crowdfunding für Kunst- und Kulturinstitutionen als Finanzierungs- und Marketing-Tool erschließen möchte. Vor dem Hintergrund langjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit in verschiedenen gemeinnützigen Vereinen und Stiftungen möchte Artfunders die Möglichkeiten des Crowdfundings als digitale Lösung nutzen, um neue Zielgruppen und Milieus zu erreichen, die sich in traditionellen Vereinsstrukturen nicht wiederfinden, und stattdessen ein temporäres, vielleicht auch spontanes Engagement bevorzugen. Für die Fördervereine sehen die Initiatorinnen darin ein ergänzendes Finanzierungsinstrument und hoffentlich ein Medium, über das auch für die Fördervereine neue Mitglieder und Mitstreiter gewonnen werden können. 

Der Ansatz von Artfunders, die Crowdfunding-Projekte von Kulturinstitutionen zu bündeln und so gemeinsam mehr Power zu entwickeln, wurde anschließend mit Interesse diskutiert. Der Anstoß zu einer Culture Crowd, die sich (online, aber vielleicht auch offline) für Kunst und Kultur engagiert, ist jedenfalls gegeben.

(AvS)